Obwohl die Magnetpulverprüfung ebenfalls den Oberflächenprüfverfahren zugeordnet wird, können bei dieser Prüfung im Gegensatz zur visuellen Prüfung oder zur Eindringprüfung auch Fehler unmittelbar unter der Oberfläche oder unter dünnen, nicht magnetischen Beschichtungen nachgewiesen werden.
Der Fehlernachweis basiert auf dem magnetischen Streuflussverfahren. Er beruht darauf, dass die Prüfstücke durch Magnete, stromdurchflossene Kabel oder elektrische Ströme so ausreichend magnetisiert werden, dass an vorhandenen oberflächennahen Materialfehlern ein magnetischer Streufluss auftritt. Dabei ist der Streufluss der Anteil eines Magnetfeldes, der aus dem Prüfstück austritt und im Aussenraum verläuft.
Bei der Magnetpulverprüfung wird dieser Streufluss durch feines Eisenpulver, das auf das Prüfstück aufgebracht wird, nachgewiesen. Bei korrekter und fachgerechter Anwendung ist die Magnetpulverprüfung empfindlicher, als die Eindringprüfung. Allerdings muss das Prüfstück ferromagnetisch sein (µr > 100), es muss eine homogene Permeabilität des Prüfstücks vorhanden sein und es muss eine ausreichend hohe Feldstärke vorliegen. Der Fehlernachweis kann durch eine komplizierte Geometrie und bei rauen Oberflächen eingeschränkt sein. Er gelingt am Besten, wenn die magnetischen Feldlinien senkrecht oder überwiegend senkrecht zum Fehler orientiert sind.
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Rissdetektion an einer Kurbelwelle
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